In Bad Kreuznach wächst die Sorge um die Zukunft der Galeria-Filiale in der Mannheimer Straße. Der Warenhauskonzern prüft bundesweit mehrere Standorte auf ihre Wirtschaftlichkeit, darunter auch das Haus in der Kreisstadt. Für Bad Kreuznach ist das mehr als nur eine Unternehmensentscheidung. Ein möglicher Rückzug hätte Auswirkungen weit über das Kaufhaus selbst hinaus.
Sorge um Galeria-Standort in Bad Kreuznach wächst
Galeria will mit den Vermietern über Mieten und Flächenzuschnitte sprechen. Ziel ist es, die Standorte wirtschaftlich tragfähig zu machen. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte auch die Filiale in Bad Kreuznach von einer Schließung betroffen sein.
Arbeitsministerin sichert Beschäftigten Unterstützung zu
Nach Bekanntwerden der Pläne hat sich nun auch das rheinland-pfälzische Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend eingeschaltet. Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler tauschte sich in einer virtuellen Konferenz mit Beschäftigtenvertretungen der Galeria-Standorte Bad Kreuznach, Mainz, Koblenz, Speyer und Trier sowie Vertretern der Gewerkschaft Verdi aus.
Sie erklärte: „Transparenz und Perspektiven: Das müssen die Beschäftigten bei Galeria von ihrem Arbeitgeber erwarten können. Dafür setzen auch wir uns ein und stehen als rheinland-pfälzisches Arbeitsministerium an der Seite der Arbeitnehmenden, für die nun erneut eine Phase der Unsicherheit angekündigt ist. Es ist klar, dass ein Unternehmen wirtschaftlich profitabel sein muss. Genau so klar ist aber, dass es eine Verantwortung für seine Beschäftigten trägt.“
Rentabilität einzelner Standorte wird überprüft
Hintergrund des Austauschs sind die Pläne der Galeria-Geschäftsführung, die Rentabilität einzelner Standorte zu überprüfen und dabei auch Filialschließungen in Betracht zu ziehen. In dem Gespräch ging es um mögliche Lösungsansätze sowie die unterschiedlichen Situationen an den einzelnen Standorten.
Bätzing-Lichtenthäler betonte: „Wir können keine unternehmerischen Entscheidungen bestimmen, aber wir können und werden dafür kämpfen, dass möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz erhalten bleiben.“
Und: „Egal, wie die Zukunftspläne bei Galeria aussehen: Die Entscheidungen dürfen nicht über die Köpfe der Arbeitnehmenden hinweg oder auf deren Rücken getroffen werden.“
Für Donnerstag kündigte die Ministerin zudem einen Austausch mit dem Betriebsrat und der Standortleitung der Bad Kreuznacher Filiale vor Ort an.
Für Bad Kreuznach wäre eine Schließung der Filiale ein spürbarer Einschnitt. Das Warenhaus ist seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des Einkaufsangebots in der Innenstadt und sorgt für zusätzliche Besucher in der Mannheimer Straße sowie in den umliegenden Geschäften. Gerade in Zeiten, in denen Innenstädte um Kundschaft kämpfen, hätte ein Wegfall der Filiale unmittelbare Folgen für den Einzelhandel.