Beim großflächigen Wald- und Vegetationsbrand bei Reichenbach im Landkreis Birkenfeld kommen die Löscharbeiten gut voran. „Wir haben die Lage im Griff und machen gute Fortschritte“, erklärte Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Lukas Klein am Freitagmorgen.
Das Feuer hatte sich seit der Alarmierung am Donnerstagmittag rasend schnell ausgebreitet. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden insgesamt rund 21 Hektar Wald und sonstige Vegetation zerstört. Das Brandgebiet muss weiterhin beobachtet werden, außerdem bekämpfen die Einsatzkräfte noch Glutnester.
Betretungsverbot gilt ab sofort
Die Verbandsgemeinden Baumholder und Birkenfeld haben zur Gefahrenabwehr ein sofortiges Betretungsverbot für das Einsatzgebiet angeordnet. Es umfasst den Bereich zwischen den Landesstraßen 172, 176 und 173 in den Gemarkungen Reichenbach und Kronweiler.
Das Gebiet darf bis auf Weiteres ausschließlich von legitimierten Rettungskräften betreten werden. Das Verbot soll Menschen vor den weiterhin bestehenden Gefahren schützen und eine ungestörte Brandbeobachtung und Brandbekämpfung ermöglichen.
Die Anordnungen müssen mit sofortiger Wirkung befolgt werden – auch dann, wenn dagegen ein Rechtsbehelf eingelegt wird. Die vollständigen Texte und Lagepläne haben die beiden Verbandsgemeinden auf ihren Internetseiten veröffentlicht.
Etwa 220 Kräfte bringen Brand unter Kontrolle
Bis zum Donnerstagabend waren etwa 220 Feuerwehrleute und weitere Hilfskräfte im Einsatz. Ständig drehende Winde erschwerten die Löscharbeiten und machten besondere Wachsamkeit erforderlich.
Nach Angaben des Landkreises verhinderten die Einsatzkräfte ein Übergreifen des Feuers auf die Gemeinde Kronweiler und das Abfallwirtschaftszentrum Reibertsbach. Eine durch das Brandgebiet führende Hauptstromleitung musste zeitweise abgeschaltet werden. Eine zweite Leitung konnte sicher und betriebsbereit gehalten werden.
Unterstützung erhielten die örtlichen Feuerwehren unter anderem von Kräften aus Idar-Oberstein und den Verbandsgemeinden Birkenfeld und Herrstein-Rhaunen. Außerdem waren drei Polizeihubschrauber aus Rheinland-Pfalz und Hessen, Wasserwerfer der Polizei sowie Feuerwehren der Bundeswehr und der US-Army im Einsatz. Abgesehen von kleineren Blessuren wurde niemand verletzt.
Kräfte aus der Region Trier übernehmen Nachtschicht
In der Nacht lösten sieben Züge der überörtlichen Bereitschaft aus dem Leitstellenbereich Trier die Feuerwehren aus dem Landkreis Birkenfeld ab. Örtliche Einsatzkräfte unterstützten die Brandbekämpfung weiterhin mit sechs Tanklöschfahrzeugen und einem UTV.
Die Technische Einsatzleitung übernahm nachts der Landkreis Bad Kreuznach. Er entsandte zudem zwei Löschzüge und ein Messfahrzeug nach Reichenbach.
Glutnester in schwierigem Gelände
Am Freitag konzentrieren sich die Einsatzkräfte auf die Bekämpfung von Glutnestern in dem unwegsamen und teilweise steilen Gelände. Die Forstverwaltung unterstützt die Arbeiten unter anderem mit Harvestern.
Bereits am Donnerstag hatten die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk aus Idar-Oberstein und Worms sowie rund ein Dutzend Landwirte mit schwerem Gerät Schneisen in den Wald geschlagen. Dadurch sollten die Einsatzabschnitte voneinander getrennt und eine weitere Ausbreitung der Flammen verhindert werden.
Da am Freitag kein Hubschrauber zur Verfügung steht, liefern Drohnenstaffeln aus dem Landkreis sowie aus Trier und St. Wendel aktuelle Bilder aus dem Brandgebiet.
Rallyefahrzeug soll Brand ausgelöst haben
Ausgelöst wurde das Feuer nach Angaben der Kreisverwaltung durch den Unfall eines Rallyefahrzeugs während einer Testfahrt. Das Fahrzeug sei ohne Genehmigung auf einem Wirtschaftsweg der Gemeinde Reichenbach unterwegs gewesen. Die Polizei stellte es für weitere Ermittlungen sicher.
Die Einsatzleitung soll am frühen Freitagnachmittag wieder an die Verbandsgemeinde Baumholder übergeben werden.