Kurz vor dem Start des Bad Kreuznacher Jahrmarkts hat eine Backstage-Tour Einblicke in die Arbeit der Schausteller gegeben. Sechs unterschiedliche Geschäfte öffneten dafür ihre Bereiche hinter den Kulissen. Dabei zeigte sich, wie viel Technik, Logistik und Handarbeit nötig sind, bevor die Besucher auf der Pfingstwiese feiern können.
Moderne Technik beim neuen Eyecatcher
Besonders viel Technik steckt im neuen Riesenrad „Eyecatcher“. Die rund 287 Tonnen schwere Anlage wird von acht Motoren angetrieben und weitgehend per Computer gesteuert. Dadurch lassen sich unter anderem die Bewegungsrichtung und weitere Abläufe kontrollieren.
Gleichzeitig wurde die Konstruktion so entwickelt, dass der Aufbau einfacher funktioniert. Während früher ein besonders großer Kran nötig gewesen wäre, reicht bei der neuen Anlage ein kleinerer Kran aus. Rund drei Tage werden für den Aufbau benötigt, während der Abbau etwa anderthalb bis zwei Tage dauert.
Vom Kinderkarussell bis zum Nudelhaus
Ganz anders sieht die Arbeit bei älteren Geschäften aus. Das Kinderkarussell der Familie Moser-Steinker wird noch aus zahlreichen Einzelteilen aufgebaut. Viele Motive und Bilder sind original erhalten. Deshalb kommen inzwischen auch Großeltern mit ihren Enkeln vorbei, die das Karussell selbst noch aus ihrer Kindheit kennen.
Auch bei den Spielgeschäften verändert sich das Angebot ständig. Thomas Schmidt betreibt zahlreiche Automaten und passt die Gewinne regelmäßig an aktuelle Trends an. Besonders gefragt sind derzeit unter anderem Hasen und Figuren rund um Hello Kitty.
Beim Nudelhaus wiederum spielt die Vorbereitung eine große Rolle. Dort werden verschiedene Soßen selbst gekocht und mehrere Pastagerichte angeboten. Besonders beliebt sei eine Mischung aus Bolognese und Carbonara.
Viel Arbeit bleibt für Besucher unsichtbar
Ein weiterer Klassiker ist die Riesenschaukel „Nessy“ von Hans-Peter Markmann. Sie wurde 1978 gebaut und ist seit 1992 im Besitz der Familie. Außerdem gehörte das mehrstöckige Laufgeschäft „Hotel Edelweiss“ zur Tour.
Ralf Leonhard, Vorsitzender des Bad Kreuznacher Schaustellerverbands, erklärte im Gespräch mit der Antenne, dass ein großer Teil der Arbeit für Besucher unsichtbar bleibt. Während die Fahrgeschäfte nach dem Aufbau vor allem zuverlässig funktionieren müssen, beginnt bei Imbiss- und Spielgeschäften während des Jahrmarkts die laufende Logistik.
Außerdem müssen Waren und Lebensmittel immer wieder nachgeliefert werden. Damit der Jahrmarkt insgesamt funktioniert, sind nach Angaben Leonhards vor allem eine zuverlässige Strom- und Wasserversorgung unverzichtbar.
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