Die sechsjährige Geodimara aus Angola ist im Heilig-Geist Hospital in Bingen erfolgreich medizinisch behandelt worden. Das Mädchen war mit einem Loch im Gesichtsschädelknochen geboren worden, aus dem sich durch Haut bedeckte Gehirnanteile hervorwölbten.
Hilferuf an Interplast und Dr. André Borsche
Dank der Unterstützung des Kinderdorfes International in Oberhausen konnte Geodimara nach Deutschland reisen und wurde zunächst in Gelsenkirchen neurochirurgisch operiert. Dabei entfernten die Ärzte die Hirnhautvorwölbung und verschlossen die Öffnung im Schädelknochen.
Nach der ersten Operation blieb jedoch ein stark nach unten verzogenes Unterlid auf der linken Gesichtshälfte zurück. Dadurch liefen ständig Tränen über das Gesicht und der Augapfel war nicht vollständig geschützt. Daraufhin erreichte ein Hilferuf Dr. André Borsche von Interplast mit der Bitte, dem Mädchen operativ zu helfen, damit sie wieder zu ihrer Familie nach Angola zurückkehren könne. Kurzfristig fragte Dr. Borsche im Heilig-Geist Hospital in Bingen an und erhielt sofort Unterstützung!
Operation im Heilig-Geist Hospital Bingen
Gemeinsam mit OP-Schwester Gerry Schmidt, die bereits mehrfach an Interplast-Auslandseinsätzen teilgenommen hat und die Sektion Rhein-Main von Interplast zusammen mit Dr. Ruth Alamuti-Ahlers vertritt, wurde schnell ein Operationstermin organisiert.
Geodimara wurde auf Station des Krankenhauses aufgenommen und dort umfassend betreut. Die Anästhesie übernahm die medizinische Versorgung während des Eingriffs. Operiert wurde das Mädchen von Dr. André Borsche gemeinsam mit Gerry Schmidt.
Die Operation verlief komplikationslos. Bereits unmittelbar nach dem Eingriff zeigte sich, dass das linke Unterlid wieder korrekt am Augapfel anlag und ein symmetrisches Ergebnis erreicht werden konnte.
Große Freude bei Betreuern und Klinikpersonal
Auch Maria Beck, die sich als portugiesischsprachige Betreuerin um Geodimara kümmerte, freute sich über den Behandlungserfolg. Bereits wenige Tage nach der Operation lief das Mädchen gemeinsam mit ihrer Betreuerin über den Stationsflur und sorgte bei Schwestern und Patienten für große Freude.
Da die Wunden komplikationslos heilten, konnte Geodimara bald die Heimreise antreten. Ihre Eltern warteten bereits sehnsüchtig auf ihre Rückkehr nach Angola.
Der Ärztliche Direktor des Heilig-Geist Hospitals, Dr. Harald Bernd, verabschiedete das Mädchen persönlich. Dabei äußerte er die Hoffnung, dass künftig noch weiteren Kindern durch die Möglichkeiten des spezialisierten Krankenhauses geholfen werden könne.
Finanzierung durch Interplast und Soonwaldstiftung
Die Finanzierung der Behandlung wurde durch Interplast mit Unterstützung der Soonwaldstiftung ermöglicht. Interplast bedankte sich für die Zusammenarbeit mit dem Heilig-Geist Hospital. Dr. André Borsche erklärte dazu: „Gerne wollen wir in Zukunft gemeinsam mit den Kollegen in Bingen weiteren notleidenden Kindern aus aller Welt helfen.“


