Nach dem angekündigten Aus des Nahemobils wächst in Bad Kreuznach die Diskussion über die Zukunft nachhaltiger Mobilität. Mehrere Initiativen fordern den Erhalt eines E-Carsharing Bad Kreuznach und appellieren an Stadt sowie Stadtwerke, zeitnah eine Nachfolgelösung auf den Weg zu bringen. Bei einem Pressegespräch am Mobil- und Infopunkt am Bahnhof machten die Klimagemeinschaft Bad Kreuznach, das Netzwerk am Turm e.V. und die Nachbarschaftsinitiative schildHood ihre Forderungen deutlich.
Nahemobil endet zum 31. Juli
Nach mehr als zehn Jahren stellen die Kreuznacher Stadtwerke das E-Carsharing-Angebot Nahemobil zum 31. Juli 2026 ein. Betroffen sind die beiden über den Anbieter Hop-On Sharing betriebenen Fahrzeuge am Parkhaus Mühlenstraße und am Mobil- und Infopunkt am Bahnhof. Die Initiativen sehen darin einen Rückschritt für die Verkehrswende in der Stadt. Klaus Phillipp von der Klimagemeinschaft betonte, dass nachhaltige Mobilitätsangebote angesichts von Klimawandel und zunehmendem Verkehr wichtiger denn je seien.
Carsharing als Beitrag für Klima und Teilhabe
Nach Ansicht der Initiativen kann Carsharing helfen, die Zahl privater Fahrzeuge zu reduzieren. Gleichzeitig sinke der Flächenbedarf für parkende Autos, während umweltfreundliche Alternativen wie Fahrrad, Bus und Bahn gestärkt würden. Regine Kircher-Zumbrink vom Netzwerk am Turm hob zudem die soziale Bedeutung hervor. Carsharing ermögliche auch Menschen mit geringerem Einkommen flexible Mobilität, ohne ein eigenes Fahrzeug finanzieren zu müssen. Darüber hinaus sprechen sich die Initiativen langfristig für weitere Carsharing-Standorte im Stadtgebiet aus.
Nachfolgelösung gefordert
Auch bisherige Nutzer äußerten ihre Sorge über das Ende des Angebots. So berichtete Hubertus Schanze, dass er sein eigenes Auto verkauft habe und das Nahemobil regelmäßig nutzte. Die Nachbarschaftsinitiative schildHood kann sich zudem ein genossenschaftlich organisiertes E-Carsharing vorstellen. Nach Angaben der Initiativen liegt bereits ein Angebot der Energiegenossenschaft Solix vor. Voraussetzung für ein Engagement sei jedoch eine ausreichende Nachfrage aus der Bevölkerung. Die beteiligten Gruppen fordern deshalb, dass spätestens zum 1. August 2026 eine Nachfolgelösung bereitsteht. Aus ihrer Sicht bleibt E-Carsharing ein wichtiger Baustein für Klimaschutz, nachhaltige Mobilität und eine lebenswerte Stadtentwicklung in Bad Kreuznach.


