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Rollstuhltour macht Barrieren in Bad Kreuznach sichtbar

Rollstuhltour macht Barrieren in Bad Kreuznach sichtbar
V.r.: Michaela Seinsoth, Erste Vorsitzende des Bewohnerrats der Behindertenhilfe am Standort Bad Kreuznach, Oberbürgermeister Emanuel Letz, Cindy Davì, Geschäftsleitung des Vereins Zentrum für selbstbestimmtes Leben Bad Kreuznach, Mirko Helmut Kohl, Beigeordneter der Stadt Bad Kreuznach. Quelle: Rhein Nahe Direkt
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Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung gab es am Dienstagnachmittag in Bad Kreuznach eine Rollstuhltour durch die Innenstadt. Oberbürgermeister Emanuel Letz, der neue Beigeordnete der Stadt, Mirko Helmut Kohl sowie Beteiligte aus sozialen Einrichtungen nutzten die Gelegenheit, um die Stadt aus der Perspektive von Rollstuhlfahrern zu erleben und bestehende Hindernisse im Alltag zu erkennen.

Alltägliche Hindernisse werden deutlich

Während der Tour wurde schnell deutlich, dass viele Herausforderungen im Stadtbild für Fußgänger kaum wahrnehmbar sind. Besonders auffällig waren unebene Gehwege, Höhenunterschiede, Schlaglöcher sowie Fahrzeuge, die Gehwege blockieren. Auch abschüssige Wege stellten eine zusätzliche Schwierigkeit dar, da sie das Gleichgewicht im Rollstuhl beeinflussen und ein ständiges Gegensteuern erfordern.

Wichtiger Perspektivwechsel für die Stadtverantwortlichen

Die Teilnehmenden aus der Stadtverwaltung betonten die Bedeutung dieser besonderen Stadtführung. „Es ist definitiv ein Perspektivwechsel und ich habe da einen Heidenrespekt davor“, verrät Oberbürgermeister Letz. Das eigene Erleben habe verdeutlicht, wie herausfordernd die Fortbewegung im Rollstuhl im Alltag sein kann. Gleichzeitig wurde deutlich, dass viele Probleme erst durch praktische Erfahrung wirklich nachvollziehbar werden.

Letz: „Wir sind schon in der Umsetzung, dass wir die Stadt barrierefrei ausbauen. Klar, aus städtebaulicher Sicht hat man das in der Vergangenheit versäumt.“

Barrierefreiheit betrifft viele Lebensbereiche

Die Organisatoren hoben hervor, dass Barrierefreiheit nicht nur Rollstuhlfahrer betrifft. Auch Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen, Lernschwierigkeiten oder psychischen Einschränkungen sind auf eine barrierearme Umgebung angewiesen. Ziel sei es, alle Formen von Beeinträchtigungen stärker in den Fokus zu rücken.

Regelmäßiger Austausch und konkrete Maßnahmen geplant

Die während der Tour festgestellten Problemstellen wurden dokumentiert und sollen gemeinsam mit dem Behindertenbeirat ausgewertet werden. Die Stadt plant, die Erkenntnisse in zukünftige Maßnahmen einfließen zu lassen. Dabei sollen sowohl kleinere Verbesserungen als auch größere bauliche Veränderungen umgesetzt werden.

Fortsetzung der Initiative vorgesehen

Alle Beteiligten betonten, dass solche Touren künftig häufiger stattfinden sollen, da der direkte Austausch und das praktische Erleben wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Barrierefreiheit liefern. Ziel ist es, Bad Kreuznach langfristig so zu gestalten, dass alle Menschen uneingeschränkt am öffentlichen Leben teilnehmen können.

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Max Wischermann ist Redakteur bei Rhein Nahe Direkt.
Er konzentriert sich auf aktuelle Nachrichten aus der Rhein-Nahe-Region, insbesondere auf Einsätze der Polizei, Sicherheitsberichte und relevante gesellschaftliche Themen.

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