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Wolf in Deutschland – Streit um Regulierung

Wolf in Deutschland – Streit um Regulierung
Symbolbild

Die Debatte um den Wolf in Deutschland spitzt sich weiter zu. Der Deutsche Bauernverband fordert eine deutlich strengere Regulierung – und bringt den Wolf ins Jagdrecht ins Spiel.

Bauernverband fordert Aufnahme ins Jagdrecht

Anlässlich einer Anhörung im Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat des Bundestages hat der Deutscher Bauernverband seine Position bekräftigt. Aus Sicht des Verbandes ist die geplante Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht „längst überfällig“. Der Wolf sei „zum Problem geworden“ und müsse reguliert werden, wenn die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden in Deutschland eine Zukunft haben solle. Besonders in grünlandreichen Regionen sehen Landwirte ihre Existenz bedroht, weil Risse zunehmen und Schutzmaßnahmen an Grenzen stoßen.

„Die Zeit der Symbolpolitik muss ein Ende haben“

Deutlich wurde die Generalsekretärin des Verbandes, Stefanie Sabet. Sie erklärte wörtlich:

„Die Zeit der Symbolpolitik muss ein Ende haben. Die Landwirtschaft braucht beim Wolf endlich Rechtssicherheit statt unverbindlicher Absichtserklärungen. Wenn Politik jetzt nicht handelt, wird die Weidewirtschaft in vielen Regionen schlicht verschwinden.“

Damit erhöht der Verband den Druck auf die Politik, weil aus seiner Sicht bloße Managementpläne nicht ausreichen.

Vier harte Forderungen – 40 Prozent Quote

Konkret fordert der Bauernverband vier zentrale Nachschärfungen im Gesetzgebungsverfahren. Erstens soll die Entnahme sogenannter Problemwölfe jederzeit möglich sein – unabhängig von Schonzeiten oder dem Erhaltungszustand der Population. Damit sollen Tiere schneller geschossen werden können, wenn sie wiederholt Weidetiere reißen. Zweitens verlangt der Verband eine bundesweite Entnahmequote von 40 Prozent des jährlichen Wolfsnachwuchses. Nur so lasse sich der weitere Bestandszuwachs wirksam begrenzen, heißt es. Drittens sollen bestimmte Regionen als Weidegebiete festgelegt werden, in denen sich Wölfe nicht ansiedeln dürfen. Das betrifft etwa Deiche, Almen oder strukturreiche Grünlandgebiete, wo Herdenschutz technisch oder wirtschaftlich kaum umzusetzen sei. Viertens will der Verband klarstellen, dass bei wehrhaften Tieren wie Rindern und Pferden aufwendige Herdenschutzmaßnahmen nicht zwingend Voraussetzung für eine Entnahme sein dürfen.

Entscheidung im Bundestag steht bevor

Die Forderungen richten sich direkt an den Bundestag, der das Bundesjagdgesetz entsprechend ändern soll. Der Bauernverband erwartet deutliche Nachbesserungen im weiteren Beratungsverfahren. Während Befürworter von strengeren Regeln auf den Schutz der Weidetierhaltung pochen, bleibt die politische Entscheidung offen. Klar ist jedoch: Die Diskussion um den Wolf hat längst eine neue Schärfe erreicht – und sie wird in den kommenden Wochen weiter an Fahrt aufnehmen.

Lena Winterfeld ist Redakteurin bei Rhein Nahe Direkt und Antenne Bad Kreuznach und schreibt unter anderem für die Bereiche Wirtschaft und Politik.

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