Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, den Kreistagsfraktionen, aus Institutionen, Schulen, Medien und Verbänden sowie viele ehrenamtlich engagierte Bürger folgten der Einladung von Landrat Heiko Sippel zum Kreissommer des Landkreises Alzey-Worms. Auf dem Platz vor der Mensa der Alzeyer Gymnasien bot der sommerliche Abend Gelegenheit zu Begegnungen, Austausch und Gesprächen.
Kreissommer Alzey-Worms: Ehrenamt und Zukunftsthemen im Mittelpunkt
„Miteinander ins Gespräch kommen – das macht Rheinhessen aus“, begrüßte Landrat Heiko Sippel die Gäste. Der Kreissommer biete die Gelegenheit, auf das vergangene Jahr zurückzublicken, Erreichtes zu würdigen und gleichzeitig den Blick auf kommende Aufgaben zu richten. „Unser Landkreis gestaltet seine Zukunft aktiv. Gemeinsam haben wir wichtige Entscheidungen getroffen, zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht und vieles Schritt für Schritt weiterentwickelt“, betonte Sippel.
Ehrenamt im Mittelpunkt
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung des Ehrenamts. „Das Ehrenamt ist und bleibt das Herzstück unseres Landkreises“, erklärte Sippel. Zahlreiche Menschen engagierten sich freiwillig in Vereinen, Hilfsorganisationen, im Sport, in der Kultur, im sozialen Bereich sowie in vielen weiteren gesellschaftlichen Feldern. Damit leisteten sie einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl.
Mit dem Netzwerkbüro Ehrenamt und dem Format „Ehrenamt des Monats“ habe der Landkreis Strukturen geschaffen, um dieses Engagement sichtbarer zu machen und zu würdigen. „Engagement für unsere Gesellschaft ist keine Selbstverständlichkeit. Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich einbringen und für andere da sind“, so Sippel.
Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Ehrenmedaille des Landkreises Alzey-Worms an Staatssekretärin Kathrin Anklam-Trapp. Die Ehrenmedaille ist die höchste Auszeichnung des Landkreises und würdigt besondere Verdienste und langjähriges Engagement.
Kathrin Anklam-Trapp gehörte 27 Jahre dem Kreistag Alzey-Worms an. Nach ihrer Berufung zur Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie, Frauen und Jugend des Landes Rheinland-Pfalz schied sie auf eigenen Wunsch Ende Mai 2026 aus dem Gremium aus. Landrat Sippel würdigte ihren außergewöhnlichen Einsatz in zahlreichen kommunal- und landespolitischen Gremien sowie ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit.
Verstärkung für den Brand- und Katastrophenschutz
Auch der Brand- und Katastrophenschutz spielte beim Kreissommer eine wichtige Rolle. Landrat Heiko Sippel ernannte Stephan Orlemann offiziell zum stellvertretenden Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises Alzey-Worms. Sippel dankte ihm für seine Bereitschaft, Verantwortung in dieser wichtigen Funktion zu übernehmen.
„Ein leistungsfähiger Brand- und Katastrophenschutz lebt von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Sicherheit unserer Bevölkerung einzusetzen“, betonte der Landrat.
Ein Jahr kommunale Verantwortung für das Kreiskrankenhaus
In seinem Rückblick ging Sippel auch auf die Rückkehr des Kreiskrankenhauses nach 35 Jahren in kommunale Trägerschaft ein. „Vor gut einem Jahr haben wir Verantwortung übernommen. Heute können wir sagen: Diese Entscheidung war richtig“, sagte der Landrat.
Die medizinische Versorgung sei gesichert und Arbeitsplätze seien erhalten geblieben. Gleichzeitig werde gemeinsam an den Zukunftsperspektiven des Hauses gearbeitet. Sippel dankte insbesondere den Mitarbeitern sowie Verwaltungsdirektor Frank Müller und der medizinischen und pflegerischen Leitung.
Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser bleibe allerdings eine große Herausforderung. Die geplanten Regelungen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung könnten zusätzliche Belastungen für die Krankenhäuser mit sich bringen. Vor allem kommunale Krankenhäuser seien deshalb auf verlässliche und auskömmliche Finanzierungsstrukturen angewiesen.
Investitionen in Bildung und Infrastruktur
Auch im Bildungsbereich setzt der Landkreis seine Investitionen fort. Brandschutz, energetische Sanierungen sowie eine moderne Ausstattung seien wichtige Voraussetzungen für gute Bildung. In Alzey soll eine neue Integrierte Gesamtschule errichtet werden.
Bei den Kindertagesstätten seien innerhalb der vergangenen zehn Jahre 1.700 neue Plätze sowie 81 neue Gruppen entstanden. Eine weitere Herausforderung sei die Umsetzung des Gesetzes zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter. Neben der Finanzierung müsse auch eine ausreichende Zahl an Ehrenamtlichen für die Umsetzung des Angebots gefunden werden.
„Wer ein solches Gesetz beschließt, muss auch für die Umsetzung aufkommen. Es kann nicht sein, dass der Kreis und die Eltern hier wieder in die Verantwortung genommen werden“, so Sippel.
Bei der Infrastruktur verwies der Landrat unter anderem auf die Planungen für den Radweg entlang der B271 zwischen Alzey und Flomborn. Der Landesbetrieb Mobilität Worms habe erste Abstimmungen für den wichtigen Streckenabschnitt aufgenommen. Auch der Vollausbau der K32 zwischen Gabsheim und Bechtolsheim schreite planmäßig voran.
Klimaschutz und Klimaanpassung
Mit dem Kreisentwicklungskonzept und dem Vorreiter-Klimaschutzkonzept habe der Landkreis wichtige Grundlagen für seine weitere Entwicklung geschaffen. Ziel sei eine klimaneutrale Kreisverwaltung bis 2035 und ein klimaneutraler Landkreis bis 2040.
Zusätzlich wurde ein integriertes Klimaanpassungskonzept beschlossen. Zu den Schwerpunkten gehören unter anderem der Hitzeschutz sowie die Vorsorge gegen Starkregenereignisse.
„Klimaschutz ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit. Er bietet auch Chancen für unsere Region – durch Investitionen, Innovationen, Energieeffizienz und eine Stärkung der regionalen Wertschöpfung“, so Sippel.
Weitere Herausforderungen für den Landkreis
Weitere Themen des Abends waren die positive Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs, die erfolgreich umgesetzten Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sowie die Digitalisierung von Angeboten der Kreisverwaltung. Auch die Fortschreibung des Abfallwirtschaftskonzepts wurde thematisiert, die mit einigen Änderungen für die Bürger verbunden sei.
Nach Angaben Sippels konnte das Restmüllaufkommen durch das neue Müllkonzept bereits um 40 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig sei die Menge des gesammelten Papiers gestiegen.
Trotz der Reform des Kita-Gesetzes, der Entschuldungsprogramme für Kommunen und der Reform des kommunalen Finanzausgleichs bleibe die finanzielle Situation angespannt. Vor allem die stetig steigenden Ausgaben unter anderem im Sozial- und Jugendamt belasteten den Kreishaushalt.
„Die weiterhin steigenden Kosten in diesen Bereichen, gekoppelt mit der fehlenden Finanzierung unserer Pflichtaufgaben durch Bund und Land, treiben uns in den Ruin“, so Sippel.
Dank an die Gäste
Zum Abschluss dankte der Landrat allen Gästen für ihr Engagement und das gute Miteinander. „Die heutige Veranstaltung zeigt, was unseren Landkreis so besonders macht: Menschen mit Engagement, Tatkraft, Kreativität und Leidenschaft. Dieses Miteinander macht unsere Region stark für die Zukunft.“
Rhein Nahe Direkt als Lieblingsquelle bei Google festlegen
Du möchtest keine Nachrichten aus der Region verpassen? Füge Rhein Nahe Direkt bei Google als bevorzugte Quelle hinzu.
Jetzt als Lieblingsquelle festlegen