Das Graffiti-Projekt in Bad Kreuznach hat die Unterführung an der Gensinger Straße kaum wiederzuerkennen gemacht. Wo Besucher bislang auf verschmutzte Wände und Graffiti-Schmierereien blickten, begrüßen sie nun Motive mit typisch Bad Kreuznacher Wahrzeichen. Brückenhäuser, Weinberge, das Riesenrad, Partnerstädte und ein großer Bad-Kreuznach-Schriftzug sollen künftig einen positiven ersten Eindruck der Stadt vermitteln.
Initiiert wurde das Projekt vom Verkehrsverein Bad Kreuznach. Vorsitzender Dirk Nessel wollte die wichtige Zufahrt zur Stadt deutlich aufwerten. Unterstützung erhielt der Verein von zahlreichen Unternehmen, der Stadtverwaltung und vielen ehrenamtlichen Helfern.
Rund 60.000 Euro Projekt – den Verein kostete es fast nichts
Nach Angaben des Verkehrsvereins stecken Leistungen im Wert von rund 60.000 Euro in dem Projekt. Möglich wurde das durch Sponsoren, Sachspenden und ehrenamtliche Arbeit. Den Verein selbst kostete die Umsetzung lediglich rund 1.200 Euro für kleinere Materialien.
Allein in die Gestaltung der Graffiti flossen rund 180 Arbeitsstunden. Hinzu kamen aufwendige Reinigungs- und Sanierungsarbeiten. Die Unterführung wurde zunächst von Schmutz, Bewuchs und alten Schmierereien befreit. Anschließend erfolgten Betonsanierungen, Grundierungsarbeiten und schließlich die künstlerische Gestaltung.
„Ohne die Sponsoren und ohne die Stadt wäre das Projekt unmöglich gewesen“, betonte Dirk Nessel im Gespräch mit Antenne Bad Kreuznach. Besonders lobte er die Zusammenarbeit mit Bauhof, Grünflächenamt und Stadtreinigung, die die Arbeiten während der gesamten Bauzeit unterstützten.
Bad Kreuznach als großes Kunstwerk
Für die Motive zeichnet Graffiti-Künstler Menik verantwortlich. Gemeinsam mit Dirk Nessel entwickelte er zunächst digitale Entwürfe, bevor die ersten Spraydosen zum Einsatz kamen.
„Die sind entstanden durch die Idee, Bad Kreuznach zu verschönern und Sachen mit reinzubringen, die einen Bezug zur Stadt haben“, erklärte Menik. Die Nahe zieht sich als verbindendes Element über eine komplette Wand. Ergänzt werden die Motive durch Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Stadt. Einige Details sowie mehrsprachige Willkommensgrüße sollen in den kommenden Tagen noch folgen.
OB Letz lobt neues Engagement
Auch Oberbürgermeister Emanuel Letz sieht in der neugestalteten Unterführung eine deutliche Aufwertung. Gerade an der Gensinger Straße entstehe für viele Besucher der erste Eindruck von Bad Kreuznach.
Der Oberbürgermeister hob außerdem das neue Engagement des Verkehrsvereins hervor. Seit dem Vorstandswechsel sei viel Bewegung entstanden. Immer mehr Unternehmen unterstützten die Projekte finanziell oder mit eigener Arbeitsleistung. Letz zeigte sich überzeugt, dass weitere gemeinsame Vorhaben folgen werden.
Nächstes Projekt bereits geplant
Für den Verkehrsverein ist die Unterführung bereits das nächste erfolgreich abgeschlossene Projekt. Nun richtet sich der Blick auf das Salinental. Dort soll ein alter Brunnen zu einem attraktiven Aufenthaltsort umgestaltet werden. Dirk Nessel bringt das Vorhaben auf eine einfache Formel: Aus einem „Lost Place“ soll ein „Love Place“ werden.






