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Waldbrand bei Traisen: Ganzes Dorf wird evakuiert

Quelle: Rhein Nahe Direkt

Der Waldbrand bei Traisen hat sich am Sonntag weiter verschärft. Die Einsatzleitung ordnete am Vormittag die vollständige Evakuierung der Ortsgemeinde Traisen an. Rund 650 Einwohner müssen ihre Häuser verlassen. Sie können in der Birkenberghalle in Roxheim unterkommen. Nach Angaben der Einsatzleitung besteht derzeit keine unmittelbare Gefahr für Hab und Gut. Dennoch sollen sich die Betroffenen auf eine längere Evakuierung einstellen und Medikamente sowie Haustiere mitnehmen.

Die Brandfläche umfasst inzwischen rund 2,7 Hektar. Das Feuer breitet sich in einem steilen und schwer zugänglichen Waldgebiet am Rotenfels aus. Rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Forstverwaltung und weiteren Behörden sind im Einsatz.

Kampfmittel erschweren die Löscharbeiten

Besonders problematisch bleibt die Lage im Brandgebiet. Teile des Waldes liegen in einem bekannten Kampfmittelgefahrengebiet. Nachdem dort bereits Munition explodierte, musste der direkte Löschangriff zeitweise eingestellt werden. Der Kampfmittelräumdienst begleitet den Einsatz und bewertet die Lage fortlaufend.

Bereits im Interview mit Antenne Bad Kreuznach hatte Jörg Dindorf vom Team Medien des Brand- und Katastrophenschutzes erklärt, dass die Einsatzleitung ihre Taktik deshalb ändern musste. Statt eines direkten Angriffs schaffen Forstmaschinen Brandschneisen. Außerdem kommen mobile Wasserwerfer zum Einsatz, die ohne Personal im unmittelbaren Gefahrenbereich arbeiten.

Kreisregner sollen Feuer stoppen

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, installierten die Einsatzkräfte entlang der Feuerfront sogenannte Kreisregner. Sie befeuchten die Vegetation dauerhaft und sollen das Überspringen der Flammen erschweren. Gleichzeitig legen Forstmaschinen zusätzliche Schneisen an, damit die Feuerwehr weitere Angriffsmöglichkeiten erhält.

Die Wetterlage bleibt dabei ein entscheidender Faktor. Die Einsatzleitung beobachtet insbesondere Wind und Temperaturen kontinuierlich und passt ihre Maßnahmen entsprechend an.

Großeinsatz auch für den Rettungsdienst

Neben der Brandbekämpfung spielt die Versorgung der Einsatzkräfte und der evakuierten Bevölkerung eine wichtige Rolle. Insgesamt 51 Kräfte des Sanitätsdienstes sichern den Einsatz medizinisch ab. Unterstützung kommt dabei auch aus dem Landkreis Mainz-Bingen.

Die evakuierten Bürgerinnen und Bürger werden in der Birkenberghalle in Roxheim betreut und medizinisch versorgt. Bereits zuvor hatte Dindorf betont, dass die Gesundheit der Einsatzkräfte oberste Priorität besitzt und eine umfassende Versorgung organisiert wurde.

Landesstraße bleibt gesperrt

Die Landesstraße 236 zwischen Rüdesheim und Norheim bleibt bis auf Weiteres voll gesperrt. Verkehrsteilnehmer sollen den Bereich weiträumig umfahren. Wie lange der Waldbrand bei Traisen noch andauert, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Nach Einschätzung der Einsatzleitung kann der Einsatz noch mehrere Tage dauern.

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Thorsten Subat arbeitet als Redaktionsleiter bei Rhein Nahe Direkt.Sein Fokus liegt auf kommunalen Themen, Veranstaltungen und gesellschaftlich relevanten Entwicklungen. Dabei legt er Wert auf gründliche Recherche und verständliche Darstellung komplexer Themen.