Der Waldbrand bei Traisen entwickelt sich zu einem der aufwendigsten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre im Landkreis Bad Kreuznach. Nachdem am Samstagnachmittag mehrere Notrufe eingingen, kämpfen inzwischen Hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen. Besonders problematisch: Im Brandgebiet wurden Kampfmittel entdeckt, die bereits explodierten. Deshalb musste die Feuerwehr ihre ursprüngliche Taktik ändern.
Jörg Dindorf vom Team Medien des Brand- und Katastrophenschutzes des Landkreises Bad Kreuznach schilderte im Interview mit Antenne Bad Kreuznach die schwierige Lage.
Kampfmittel zwingen Feuerwehr zum Rückzug
Zunächst bekämpfte die Feuerwehr den Brand über mehrere Angriffswege. Die Wasserversorgung stellte sie mit langen Schlauchleitungen und Tanklöschfahrzeugen sicher. Während der Arbeiten entdeckten die Einsatzkräfte jedoch Munition im Brandgebiet. Kurz darauf kam es zu Explosionen.
Daraufhin zog die Einsatzleitung die Feuerwehrleute aus dem Gefahrenbereich zurück. Statt eines direkten Löschangriffs kommen nun andere Maßnahmen zum Einsatz. Bäume werden gefällt, um Brandschneisen anzulegen. Außerdem werden Felder abgeerntet und untergepflügt. Mobile Wasserwerfer bekämpfen das Feuer an den Flanken, ohne dass sich Einsatzkräfte im unmittelbaren Gefahrenbereich aufhalten müssen.
Hunderte Helfer aus mehreren Regionen im Einsatz
Die Unterstützung reicht inzwischen weit über den Landkreis Bad Kreuznach hinaus. Feuerwehren aus angrenzenden Landkreisen sowie landesweit alarmierte Löschkomponenten sind vor Ort. Auch die Feuerwehr Hanau aus Hessen unterstützt den Einsatz mit mobilen Wasserwerfern.
Dazu sagte Dindorf: „Also ein Riesenaufgebot hier an Feuerwehrleute und Hilfskräfte. Und das wäre ganz wichtig zu erwähnen: alles ehrenamtlich.“
Versorgung der Einsatzkräfte hat höchste Priorität
Bei Temperaturen weit über 30 Grad achtet die Einsatzleitung besonders auf die Gesundheit der Feuerwehrleute. Wer gerade nicht im Einsatz ist, hält sich im Schatten auf. Die Einsatzkräfte legen ihre schwere Schutzkleidung ab, trinken regelmäßig und werden mit Essen sowie sanitären Einrichtungen versorgt.
Wie lange der Waldbrand bei Traisen noch andauert, ist derzeit unklar. Nach Einschätzung der Einsatzleitung können die Löscharbeiten noch mehrere Stunden oder sogar Tage dauern. Auch ein Löschhubschrauber war zunächst im Einsatz. Wegen der Kampfmittel musste er seine Wasserabwürfe jedoch einstellen, da der vorgeschriebene Sicherheitsabstand einen wirksamen Löschangriff aus der Luft unmöglich machte.


