Wald- und Vegetationsbrände haben die Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz am Wochenende besonders stark beschäftigt. Von den rund 900 Einsätzen des Brand- und Katastrophenschutzes am Freitag und Samstag waren nach Angaben des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz mehr als 560 Brandeinsätze unterschiedlicher Größe.
Besonders gefordert waren die Einsatzkräfte unter anderem bei den Bränden in Bengel im Landkreis Bernkastel-Wittlich, Langscheid im Landkreis Mayen-Koblenz und Büchel im Landkreis Cochem-Zell. Bei den größeren Bränden laufen weiterhin aufwendige Nachlöscharbeiten.
Überörtliche Einsatzkräfte und Hubschrauber koordiniert
Das Landesamt unterstützte die Einsatzleitungen vor Ort über sein Lagezentrum und koordinierte überörtliche Verstärkung. Einsatzkräfte wurden unter anderem aus dem Westerwald in die Vordereifel und aus Kaiserslautern nach Büchel verlegt.
Bis zu drei Polizeihubschrauber, die speziellen Waldbrandzüge des Landes sowie die Landesfacheinheit für Presse- und Medienarbeit wurden ebenfalls über das Lagezentrum gesteuert.
Bei großen und dynamischen Einsatzlagen entsendet das Landesamt außerdem Verbindungsbeamte an die Einsatzstellen. Sie sollen die Kommunikation sicherstellen und die Einsatzleitungen fachlich beraten oder bei der Führung unterstützen.
Lagezentrum an beiden Tagen verstärkt
Aufgrund der zahlreichen parallelen Einsätze wurde das Lagezentrum am Freitag und Samstag personell verstärkt. Zusätzlich richtete das Landesamt eine zentrale Koordinierungsstelle ein.
Am Freitag stand insbesondere die Verteilung der überörtlichen Kräfte zur aktiven Brandbekämpfung im Mittelpunkt. Am Samstagnachmittag verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Ausbreitung von Brandrauch.
Rauch aus Belgien und Nordrhein-Westfalen
Neben den Bränden in Rheinland-Pfalz waren auch die Auswirkungen von Feuern in Belgien und Nordrhein-Westfalen deutlich spürbar. Besonders betroffen war der Norden des Landes.
Allein bei der Leitstelle Trier gingen innerhalb von fünf Stunden rund 1.100 Notrufe ein. Normalerweise verzeichnet sie zwischen 300 und 400 Notrufe am gesamten Tag.
Das Lagezentrum Bevölkerungsschutz veröffentlichte deshalb zunächst für die Regionen Trier und Koblenz eine Gefahreninformation. Im weiteren Verlauf wurde diese auf ganz Rheinland-Pfalz ausgeweitet.
Brandgeruch kann auch heute wahrnehmbar sein
Nach Angaben des Landesamtes kann Brandrauch aus Belgien und Nordrhein-Westfalen auch heute noch in Rheinland-Pfalz zu riechen sein.
LfBK-Präsident René Schubert betonte, dass dynamische Wald- und Vegetationsbrände schnelle Entscheidungen, flexibel einsetzbare Kräfte und eine enge Zusammenarbeit erforderten. Entscheidend sei die Vernetzung von Landesbehörden, kommunalen Einsatzkräften und zivilgesellschaftlicher Unterstützung.
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