Der Deutsche Bundestag erinnert aktuell an den früheren Bundestagsabgeordneten Wilhelm Dröscher aus Kirn. Anlass ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner eröffnete dazu die Ausstellung „An eine Zukunft glauben. Jüdische Biografien in der parlamentarischen Gründergeneration nach 1945“.
Erinnerung an jüdische Abgeordnete nach 1945
Mit der Ausstellung würdigt der Bundestag erstmals gezielt Abgeordnete, die als Jüdinnen und Juden oder wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, wie diese Politiker nach dem Krieg Verantwortung übernahmen und aktiv am Aufbau der Demokratie mitwirkten.
Zu den gewürdigten Persönlichkeiten zählt auch Wilhelm Dröscher. Er hatte eine jüdische Mutter und geriet während der NS-Zeit unter Druck. Dennoch engagierte er sich nach dem Krieg politisch und setzte sich für demokratische Werte ein.
Politisches Wirken in Region und Parlament
Wilhelm Dröscher war von 1957 bis 1971 Mitglied des Deutschen Bundestages und vertrat den Wahlkreis Bad Kreuznach. Bereits 1949 übernahm er das Amt des Amtsbürgermeisters von Kirn-Land, das er bis 1967 ausübte. Damit verband er kommunale Verantwortung mit parlamentarischer Arbeit.
Bei der Ausstellungseröffnung waren auch Angehörige von Wilhelm Dröscher anwesend. Die Ausstellung zeigt Dokumente, Fotografien und Ausschnitte aus parlamentarischen Debatten. Ergänzt wird sie durch Audio-Interviews mit Nachfahren der dargestellten Abgeordneten.
Ausstellung bis Anfang März zugänglich
Die Ausstellung ist noch bis zum 6. März 2026 im Paul-Löbe-Haus in Berlin zu sehen. Sie lädt dazu ein, sich mit Verfolgung, Schuld und Verantwortung auseinanderzusetzen und zugleich das Engagement der parlamentarischen Gründergeneration zu würdigen.


