Die Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg hat vier Projekte mit dem Umweltschutzpreis 2025 ausgezeichnet. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis würdigte Menschen, Vereine und Initiativen, die sich in besonderer Weise für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz einsetzen. Die vier ausgezeichneten Projekte zeigten die unterschiedliche Bandbreite des Engagements vor Ort.
Umweltschutzpreis 2025
Eine der Auszeichnungen ging an Angela Muhl aus Langenlonsheim. Sie engagierte sich seit mehreren Jahren mit großem persönlichem Einsatz für den Schutz heimischer Fledermäuse. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit bei der GFA Langenlonsheim und ihrem Engagement im Tierschutz widmete sie sich insbesondere verletzten, geschwächten oder verwaisten Fledermäusen.
Angela Muhl rettete mehr als 70 Tiere
Vor rund fünf Jahren begann Muhl ihre Ausbildung zur Fledermauspflegerin beim NABU. Im vergangenen Jahr erwarb sie zusätzlich den Sachkundenachweis für die Pflege der besonders geschützten Tiere. Einen Schwerpunkt bildete die Aufzucht von Fledermausbabys. Während der Jungtiersaison kümmert sie sich teilweise rund um die Uhr um die nur etwa einen Zentimeter großen Findlinge und versorgt sie, bis sie wieder ausgewildert werden können.
Auch verletzte Fledermäuse nimmt sie auf und pflegt sie teilweise über Wochen oder sogar Monate. Eine Fledermaus befand sich bereits mehr als ein Jahr in ihrer Betreuung. Die Kosten für Futter und Pflegematerial trägt Muhl größtenteils selbst. Insgesamt hat sie bereits mehr als 70 Fledermäuse gerettet.
Guldentaler Gartenwelten fördern Artenvielfalt
Christian Wach aus Guldental wurde für sein langjähriges Engagement für Artenvielfalt und Umweltbildung ausgezeichnet. Gemeinsam mit seiner Familie setzte er zahlreiche Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung der heimischen Kulturlandschaft um. Ehemalige Weinbauflächen wurden umgestaltet und werden heute extensiv mit Schafen beweidet. Dadurch bleiben die Flächen offen und verbuschen nicht.
Zusätzlich entstanden artenreiche Blühflächen, bienen- und insektenfreundliche Pflanzungen, ein Insektenhotel und Steinhaufen. Lehr- und Informationstafeln bilden entlang des Weges einen Wildbienen-Lehrpfad. Besucher können dort ökologische Zusammenhänge kennenlernen und die Bedeutung der Biodiversität entdecken.
Auch die Umweltbildung von Kindern spielt für Wach eine wichtige Rolle. Seit mehreren Jahren stellt er einen Teil seines Gartens der Grundschule Guldental als Schulgarten zur Verfügung und begleitet das Projekt persönlich. Die Kinder erleben dort Natur unmittelbar, lernen ökologische Kreisläufe kennen und entwickeln ein Bewusstsein für den Schutz von Umwelt und Artenvielfalt.
Lebensraum Untere Nahe bringt Kindern die Natur näher
Der Verein Lebensraum Untere Nahe e. V. erhielt den Umweltpreis für sein Bildungsprojekt „Kita-Kindern die heimische Natur vorstellen“. Seit 2022 arbeitet der Verein mit der Kindertagesstätte Taka-Tuka Land zusammen. Ziel ist es, Kindern bereits im Kita-Alter einen unmittelbaren Zugang zur heimischen Natur zu ermöglichen.
Unter der Leitung des ersten Vorsitzenden und zertifizierten Kita-Naturpädagogen Detlef Szymanski findet wöchentlich eine Naturbildungseinheit statt. Tierpräparate, Bildmaterial und echte Pflanzen bringen die heimische Tier- und Pflanzenwelt in den Gruppenraum. Auch Fragen und Beobachtungen der Kinder werden aufgegriffen. So diente beispielsweise das häufige Auftreten von Feuerwanzen als Anlass, sich näher mit den Tieren und ihren ökologischen Zusammenhängen zu beschäftigen.
Die Themen reichen von Wildtieren und Pflanzen im Dorf bis zu den Lebensräumen in Feld und Wald. Die Kinder bleiben dabei nicht nur Zuschauer. Sie malen, basteln Tiere aus Pappe, bauen Vogelfutterglocken und gestalten Insektenhotel-Dosen. Einige dieser selbst gebauten Elemente werden anschließend im großen LUN-Insektenhotel im Taka-Tuka-Wald eingesetzt.
Regelmäßige Waldtage ergänzen die Naturbildung. Dort können die Kinder ihr Wissen in der freien Natur anwenden und vertiefen. Gleichzeitig lernen sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Wald. Nach Beobachtung des Vereins tragen die Kinder ihre Erfahrungen auch in die Familien weiter und erzählen dort von ihren Entdeckungen. So werden sie zu kleinen Botschaftern für Natur- und Umweltschutz.
Schwimmbad Förderverein Windesheim setzt auf Solarenergie
Der Schwimmbad Förderverein Windesheim wurde für sein ganzheitliches Engagement rund um erneuerbare Energien, umweltfreundliche Mobilität und den nachhaltigen Betrieb des Freibads ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt steht eine E-Bike- und Akkuladestation am Freibad direkt am Radweg zwischen Windesheim und Schweppenhausen. Bis zu vier E-Bikes können dort gleichzeitig kostenlos geladen werden. Für die abschließbaren Fächer wird ein Pfand von 50 Cent beziehungsweise einem Euro benötigt. Das Ladekabel für Fahrräder müssen Nutzer selbst mitbringen, für Smartphones und ähnliche Geräte steht ein Kabel in der Box zur Verfügung.
Die Ladestation wird mit Strom aus der vereinseigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach des Freibadgebäudes versorgt. Besucher können die Ladezeit während der Badesaison beispielsweise für einen Aufenthalt im Freibad oder am Kiosk nutzen. Eine Sitzgruppe macht den Standort auch außerhalb der Schwimmbadsaison zu einem Treffpunkt für Radfahrer.
Die Photovoltaikanlage wurde 2023 vom Förderverein eigenständig installiert. Sie besteht aus 27 Modulen und verfügt über eine Leistung von 10,125 kWp. Erwartet wird eine jährliche Stromproduktion von rund 11.000 Kilowattstunden. Dadurch sollten die Stromkosten des Freibads um etwa 50 Prozent beziehungsweise rund 4.000 bis 5.000 Euro pro Jahr sinken. Die Investition von rund 15.000 Euro wurde durch einen Zuschuss von etwa 20 Prozent und die Unterstützung des Fördervereins finanziert. Die Anlage amortisierte sich damit nach Angaben der Verbandsgemeinde bereits nach etwa drei Jahren.
Das Engagement für Solarenergie begann beim SFV Windesheim bereits früher. Für das Freibad wurde schon zuvor eine 216 Quadratmeter große Solarthermieanlage installiert. Sie unterstützt die Erwärmung des Badewassers und hilft dabei, Temperaturschwankungen während der Badesaison auszugleichen. Für die Anlage waren unter anderem elektrische Installationen, Pumpen, Steuerungen, Leitungen, Erdarbeiten, Kernbohrungen und die Überbrückung des Mühlenteichs notwendig. Auf dem Dach wurden rund sechs Kilometer schwarze Kollektorleitungen verlegt.
Mit Solarthermie, Photovoltaik und der solar gespeisten E-Bike-Ladestation verbindet der Förderverein erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und ehrenamtliches Engagement. Damit soll das Freibad nicht nur ein Ort für Sport, Freizeit und Gemeinschaft sein, sondern auch möglichst nachhaltig betrieben werden.
Vier Projekte, ein gemeinsames Ziel
Mit dem Umweltpreis 2025 würdigte die Verbandsgemeinde insgesamt vier unterschiedliche Ansätze für Umwelt- und Klimaschutz: den Schutz von Fledermäusen, die Förderung der Artenvielfalt und Umweltbildung, die frühe Vermittlung von Naturwissen an Kinder sowie den Einsatz erneuerbarer Energien und nachhaltiger Mobilität. Die ausführlichen Vorstellungen der Preisträger sollen weitere Menschen dazu anregen, sich vor Ort für Natur, Klima und Lebensqualität einzusetzen.
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