Die Hitzewelle in Bad Kreuznach hat nach Angaben der Klimagemeinschaft Bad Kreuznach historische Ausmaße erreicht. An sechs von elf Tagen mit amtlicher Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes gehörte die Kurstadt zu den zehn heißesten Städten Deutschlands. Am bislang heißesten Junitag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurden in Bad Kreuznach 40,7 Grad Celsius gemessen. Nach Angaben der Klimagemeinschaft stieg die Temperatur am Samstag sogar auf 41 Grad.
Damit zählt Bad Kreuznach zu den bundesweiten Hitzeschwerpunkten des Monats Juni.
Stadt zählt zu den Hitze-Hotspots
Die aktuelle Hitzewelle begann nach Angaben der Klimagemeinschaft bereits am 17. Juni. Seit dem 18. Juni veröffentlichte der Deutsche Wetterdienst anhaltend Hitzewarnungen. Während dieser Zeit gehörte Bad Kreuznach insgesamt sechsmal zu den zehn heißesten Städten Deutschlands.
Als Ursache nennen Meteorologen das Wetterphänomen „Heat Dome“, auch Hitzeglocke genannt. Dabei hält ein blockiertes Hochdruckgebiet heiße Luft über weiten Teilen Europas fest. Die starke Sonneneinstrahlung lässt die Temperaturen weiter steigen.
Kritik an der Hitzevorsorge
Die Klimagemeinschaft verweist außerdem auf den aktuellen Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe. Darin schneidet Bad Kreuznach nach Angaben der Initiative schlechter ab als im Vorjahr. Als Gründe werden unter anderem ein geringer Grünflächenanteil sowie viele versiegelte Flächen genannt.
Nach Auffassung der Klimagemeinschaft reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus. Sie fordert deshalb mehr Bäume, zusätzliche Grünflächen und eine stärkere Entsiegelung von Flächen. Außerdem spricht sie sich für ein kommunales Klimaanpassungsmanagement, eine Stadtklimaanalyse und einen Hitzeaktionsplan aus.
Fördermittel stärker nutzen
Darüber hinaus fordert die Initiative, vorhandene Förderprogramme des Landes Rheinland-Pfalz bekannter zu machen. Bürgerinnen und Bürger könnten diese unter anderem für Baumpflanzungen, Fassadenbegrünungen, Entsiegelungen oder den Bau von Regenwasserzisternen nutzen.
Die Hitzewelle in Bad Kreuznach zeigt nach Einschätzung der Klimagemeinschaft, dass sich Städte stärker auf häufigere und intensivere Hitzeperioden einstellen müssen. Gleichzeitig verweist die Initiative darauf, dass besonders ältere Menschen, Kranke und weitere vulnerable Gruppen durch extreme Temperaturen gefährdet sind.


