Zum Tag der gewaltfreien Erziehung warnt der Kinderschutzbund vor möglichen Fehlentwicklungen bei der geplanten Reform des SGB VIII. Die Organisation sieht die Gefahr, dass notwendige Hilfen für Kinder geschwächt werden könnten.
Kritik an möglichen Einsparungen
Der Kinderschutzbund befürchtet, dass die Reform genutzt werden könnte, um Einsparungen in der Kinder- und Jugendhilfe umzusetzen. Dabei brauche es gerade bei Gewalt und Vernachlässigung verlässliche Unterstützung für betroffene Kinder.
Kritisch gesehen wird insbesondere, dass klassische Hilfen zur Erziehung durch allgemeine Angebote in Kitas oder Schulen ersetzt werden könnten. Diese könnten wichtige Funktionen erfüllen, jedoch gezielte Hilfen nicht ersetzen.
Erfahrungen aus der Praxis
Auch der Kinderschutzbund in Bad Kreuznach berichtet von hoher Nachfrage. Im Kindertreff „Knallfrosch-Club“ würden Kinder regelmäßig Themen wie Gewalt ansprechen. Durch enge Betreuung entstehe Vertrauen, das in anderen Einrichtungen oft schwerer aufgebaut werden könne.
Steigende Anforderungen im Kinderschutz
Die Anforderungen im Kinderschutz seien in den vergangenen Jahren gestiegen. Mehr Sensibilität führe auch zu mehr Meldungen und damit zu einem höheren Bedarf an Unterstützung. Der Kinderschutzbund fordert, die Reform konsequent an Kinderrechten und fachlicher Qualität auszurichten. Einsparungen dürften nicht zulasten des Schutzes von Kindern gehen.


