Ab 2027 ist eine neue Sorte Sprit an den Tankstellen in der Region sowie in ganz Deutschland verfügbar: Neben E10 und Super kommt E20, ein Benzin mit 20 Prozent Bioethanol-Anteil. Die EU will damit die CO₂-Bilanz verbessern und den Kraftstoff gleichzeitig günstiger machen.
Bioethanol mit Preisvorteil
Der neue Kraftstoff enthält doppelt so viel Bioethanol wie E10. Das senkt den Anteil fossiler Brennstoffe und könnte den Literpreis um fünf bis sechs Cent drücken. Für Vielfahrer ergibt das spürbare Einsparungen – zumindest auf den ersten Blick.
Verbrauch steigt, Reichweite sinkt
Bioethanol liefert weniger Energie als herkömmliches Benzin. Bei E10 führt das bereits zu einem um drei bis fünf Prozent höheren Verbrauch. E20 dürfte diesen Effekt noch verstärken. Die Einsparung am Liter könnte sich also durch öfteres Tanken wieder in Luft auflösen.
Nicht jedes Auto verträgt E20
Neuere Fahrzeuge sind meist kompatibel, ältere Modelle riskieren Motorschäden. Volkswagen gibt für die meisten Autos ab 2016 Freigabe, BMW nennt 2018 als Grenze, Mercedes rüstet aktuelle Motoren für E20 nach. Bei älteren Fahrzeugen gilt: Immer die Betriebsanleitung prüfen.
Kritik aus der Autoszene
E10 hat sich bis heute nicht durchgesetzt. Viele Fahrer misstrauen dem höheren Ethanolanteil und bleiben bei Super. E20 könnte ein ähnliches Schicksal erleiden. Dazu kommt die Sorge vor Korrosionsschäden an älteren Kraftstoffsystemen.
E20 bietet Chancen, aber auch Risiken. Für moderne Autos mit Freigabe lohnt sich der Sprit bei hoher Fahrleistung. Ältere Fahrzeuge bleiben besser bei E10 oder Super. Ab 2027 entscheiden Verbraucher mit ihrem Portemonnaie, ob E20 die neue Zapfsäulen-Standard wird.