Ein Großbrand auf dem Gelände eines Recyclingbetriebs in Welgesheim hat Feuerwehr und Rettungsdienste über viele Stunden beschäftigt. Inzwischen haben die Einsatzkräfte das Feuer gelöscht. Die Nachlöscharbeiten dauern jedoch weiterhin an.
Der Brand war am Samstagnachmittag gegen 16:35 Uhr ausgebrochen. Nach Angaben des Brand- und Katastrophenschutzes brannten in einer Lagerhalle rund 100 Tonnen Gewerberestmüll. Eine weithin sichtbare Rauchsäule zog zeitweise in Richtung Welgesheim und Zotzenheim.
Rund 200 Einsatzkräfte vor Ort
Im Verlauf des Einsatzes erhöhte die Einsatzleitung die Alarmstufe auf „Brand 4“. Zeitweise arbeiteten rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und weiteren Hilfsorganisationen an der Einsatzstelle. Auch die Werkfeuerwehr von Boehringer Ingelheim sowie Atemschutzgeräteträger aus dem Landkreis Bad Kreuznach unterstützten die Löscharbeiten.
Die Einsatzkräfte zogen das Brandgut mit Baggern auseinander und löschten es anschließend gezielt ab. In der Nacht konnten sie den offenen Brand schließlich vollständig löschen.
Warnung für Bevölkerung aufgehoben
Wegen der starken Rauchentwicklung hatten die Behörden die Bevölkerung über Warn-Apps informiert. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen ausschalten.
Spezialisierte Messfahrzeuge überprüften während des gesamten Einsatzes die Luftqualität. Nach Angaben der Einsatzleitung ergaben die Messungen außerhalb des unmittelbaren Brandbereichs keine Hinweise auf gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen. Deshalb nahmen die Behörden die Warnung inzwischen zurück.
13 Einsatzkräfte medizinisch versorgt
Die hohen Temperaturen, die lange Einsatzdauer und die Arbeit unter Atemschutz belasteten die Einsatzkräfte erheblich. Insgesamt mussten 13 Einsatzkräfte medizinisch versorgt werden. Neun von ihnen kamen zur weiteren Untersuchung in Krankenhäuser. Lebensgefahr bestand nach Angaben der Einsatzleitung in keinem Fall.
Bahnstrecke war gesperrt
Die Rauchentwicklung beeinträchtigte auch den Bahnverkehr. Deshalb sperrten die zuständigen Stellen die Strecke zwischen Bingen und Worms zeitweise vollständig. Nach Angaben des Katastrophenschutzes sollte der Zugverkehr am Morgen wieder aufgenommen werden.
Zur Ursache des Brandes liegen bislang keine Erkenntnisse vor. Ermittler können den betroffenen Bereich erst betreten, wenn die Einsatzkräfte ihre Arbeiten abgeschlossen haben.


